Man sagt ja: »Webdesign ist teuer und langwierig – und das immer.« Aber auch: »Jedes Projekt ist vollkommen anders. Jedes Mal.« Muss das denn sein und gibt es überhaupt eine Möglichkeit Ressourcen am Entwicklungsprozess zu sparen? Aus der Erfahrung einiger unserer Projekte heraus sage ich: Ja!

Konventionen

Dass die Website ein möglichst einzigartiges Design bekommen soll, ist aus vielerlei Gesichtspunkten nachvollziehbar. Für Unternehmen ist dies so wichtig, weil die Website für den ersten Eindruck des Kunden verantwortlich sein kann. Nur bedeutet möglichst einzigartig leider auch, dass eine Konvention nach der anderen gebrochen werden muss. Und das kann wiederum eine Reihe von Problemen nach sich ziehen, die nur durch intensiven Arbeitseinsatz aufgelöst werden können. Konventionen sind beispielsweise Schriftgrößen, Anordnungen von Columns (Spalten), Code-Hierarchien und Media-Queries, um nur einige wenige zu nennen. Ich will hierbei aber unterscheiden. Um eine besonders auffällige Seite zu programmieren ist es notwendig, Konventionen zu brechen. Dies sollten allerdings Konventionen sein, die die Anbindung an Suchmaschinen, mobile Geräte oder ältere Browser-Generationen nicht allzu erheblich einschränken. Es handelt sich hierbei um Konventionen, die modeunabhängig beständig sind, weil sie ein Mindestmaß an Performance garantieren. Diese gilt es nicht anzurühren.

Webdesign-Framework

Eine Lösung, um die Performance der Website nicht zu gefährden und trotzdem ein anspruchsvolles Design umzusetzen, ist ein Framework. Ein im Voraus klar definierter Standard-Code, der Responsivness, technische Kontinuität und Design-Qualität garantiert.

So wie das Framework der US-Regierung, welches diese vor Kurzem veröffentlichte, genannt U.S. Web Design Standards. Dieses Framework soll beispielsweise helfen, so Ernie Smith von associationsnow.com, die Websites der US-amerikanischen Regierungsbehörden einheitlicher und vor allem nutzerfreundlicher zu machen. Sodass es in Zukunft leichter sein wird, diese Seiten zu erstellen. Oder, auf der anderen Seite des Bildschirms, für den Besucher, wichtige Dokumente bzw. Informationen schneller zu finden. Hintergrund dieser Entwicklung ist das massive Investitionsvolumen von Steuergeldern für unnötige Design-Prozesse und miese Nutzererfahrungen.

»Gemeinsame Normen und Elemente der Benutzeroberfläche werden natürlich nicht auf magische Weise alles beheben, was so furchtbar auf den Seiten der amerikanischen Bundesregierung war, aber sie werden den Menschen helfen, die mit diesen Seiten betraut sind, diese zu verbessern.« -Alexander Howard, The Huffington Post

Sie sind nicht die US-Regierung

Nun ist nicht jedes Unternehmen so aufgestellt wie die US-amerikanische Regierung mit ihren vielen Behörden. Aber, wer eine Website plant, und diese in Zukunft skalieren will, ist gut beraten auf ein stabiles Framework zu setzen, damit Einheitlichkeit, auch bei einer wachsenden Struktur gewährleistet werden kann. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Aber bereits der Prototyp einer Website sollte ein sauber programmiertes Cascading Style Sheet (CSS) besitzen. Wozu? Damit die Seite, wenn sie erweitert wird, einheitlich gestylt werden kann, ohne an Flexibilität bei der Entwicklung neuer Design-Features einzubüßen. Fehler im Code werden oft weiter vererbt, was irgendwann zu erheblichen Problemen und einem vermeidbaren Programmieraufwand führen kann.

Es gibt einige Ansätze dieses Problem zu vermeiden. Einer davon ist Bootstrap. 2011 als internes Projekt von Twitter veröffentlicht, eignet sich ausgezeichnet zum Prototyping. Sogar namhafte Verlage wie Vogue und Newsweek verwenden dieses Framework für ihre Websites. Ebenfalls zu empfehlen sind Yahoo’s Pure.css sowie Basscss.

Jede Seite & jeder Button

Egal, für welches Framework sich nun letztendlich entschieden wird, wichtig ist, es zu seinem eigenen zu machen. Denn zu oft wird Design als etwas betrachtet, dass immer wieder von null angefangen werden muss und das bei jedem einzelnen Projekt, jeder Seite, jeder Section und jedem Button. Aber das ist ohne Zweifel übertrieben.

Also, wie wäre es denn mit einem simplen Standard, der gleichzeitig alle Anforderungen an ein hervorragendes, modernes, suchmachinenfreundliches sowie responsives Webdesign ermöglicht? Diesen zu entwickeln ist natürlich ressourcenintensiv, aber auf lange Sicht spart man dadurch Zeit und Geld, genau wie unnötigen Ärger und Frustration, so Ernie Smith von associationsnow.com abschließend. Denn, so bleibt man in der Lage bei jedem Wachstumsschritt auf ein organisch gewachsenes Framework zurückgreifen, welches eine leistungsfähige Grundstruktur liefert, die dann nur noch um kleinste Elemente erweitert oder reduziert werden muss.