Als Marketing Partner der RenderThat GmbH aus Aachen wurden wir am vergangenen Wochenende zum MAXON Usermeeting 2015 nach Köln eingeladen. Maxon veranstaltet diese Events jedes Jahr, um den neuesten Cinema 4D Release zu feiern. Außerdem ist dies eine gute Gelegenheit, um mit Partnern und Usern gleichermaßen persönlich ins Gespräch zu kommen. RenderThat, als offizieller Partner von Maxon, bekam in diesem Jahr die Möglichkeit sich durch einen Stand und einen Vortrag zu präsentieren und so baten sie mich in meiner Funktion als Chief Marketing Officer (CMO), den Referatspart mit dem Titel »Wer Flügel hat, sollte fliegen.« zu übernehmen. Was ich natürlich sehr gern tat.

Thema des Workshops »Wer Flügel hat sollte fliegen.«

Thema des Workshops »Wer Flügel hat sollte fliegen.«

Der Wirtschaftspädagoge

Was dabei herauskommt, wenn man einen Wirtschaftspädagogen (mich) ins Marketing holt, ist das designerfreundliche Konzept hinter der Platform www.renderthat.com. Eine Plattform, die nun alltägliche Problemstellungen von Freelancern im 3D-Bereich angeht und Lösungen entwickelt. Das Ergebnis dieses Prozesses, galt es kurz und knapp zu präsentieren. Meine Idee war es, die Anwesenheit vieler hochklassiger Designer zu nutzen, um aus meinem Vortrag eine kleine Werkstatt zu machen, in der alle sogenannten USPs offen und ehrlich diskutiert werden können. Und das mit großem Erfolg, denn auf zwanzig Minuten Präsentation, folgten über vierzig Minuten intensiver Austausch mit den anwesenden Designern.

Wochenauslastung eines Freelancers als Chart

Wochenauslastung eines Freelancers als Chart

Die Unique Selling Propositions

Wir hatten uns in der Weiterentwicklung der Plattform folgende Frage gestellt: Wie muss die Arbeitsumgebung von Spezialisten/Fachkräften, wie es 3D-Artists nun einmal sind, künftig aussehen und wie können wir diese als Betreiber so gestalten, dass sich die Künstler auf Ihr großes Talent konzentrieren können, ohne Zeit und Kraft für nervenraubenden Business-Support zu vergeuden.

Die Neuerungen für Designer auf RenderThat.com

  1. Wunderschöne, search-engine-optimierte Portfolios
  2. Sichere Zahlungsziele, egal wann der Auftraggeber zahlt
  3. Garantierte Vergütung von Entwürfen bei Contests
  4. Strikte Unterbindung von Preiskämpfen unter Designern
  5. Den Hauseigenen File-Sharing-Dienst sharepa
  6. Lizenz-Monitoring der im Portfolio hinterlegten Arbeiten
  7. Unkompliziertes 24/7 Projektmanagement
  8. Multichannel Social Media Support

Unter den Zuhörern waren auch einige sehr bekannte 3D-Artists, wie Raphael Rau und Cornelius Dämmrig. Unsere vorgetragenen Punkte stießen auf große Begeisterung, aber stifteten auch ein wenig Verwunderung. Denn, bis dato machten nur Plattformen von sich hören, deren Geschäftsmodell darauf ausgerichtet war, Designer und deren Arbeit wie Yu-Gi-Oh!Karten zu sammeln, um damit die Auftragsbücher ihrer Inhouse-Designer zu füllen. Ich hörte vor meinem Vortrag bereits davon und war froh, endlich einmal mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Hier bleibt wohl, gerade im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit noch eine Menge zu tun, um diese zurecht gewachsenen Vorurteile gegen Freelance-Plattformen aus dem Weg zu räumen. Das Feature des sicheren Zahlungsziels punktete auf ganzer Linie, genau wie die Vergütung von Entwürfen, welche uns auch aus der eigenen persönlichen Erfahrung enorm wichtig ist.

Das Nähkästchen

Ich glaube fest daran, dass, wenn Firmen echte Probleme von echten Menschen lösen, diese auch eine echte Chance haben, erfolgreich sein zu können. Und so bin ich auch fest davon überzeugt, nicht nur durch die zahlreichen Gespräche, die ich an diesem Tag führen konnte, dass die vielen neuen Features zum Erfolg der Plattform auf der Designerseite beitragen werden. Oder um es mit den Worten von Cornelius Dämmrig (www.zomax.net) auf den Punkt zu bringen: »Wenn Ihr es echt schaffen würdet, uns den ganzen Kram abzunehmen, wäre das schon echt geil!«  Und wenn ich zum Abschluss ein wenig aus dem berühmten Nähkästchen plaudern darf: Qualitätskunden wie Gildemeister, KW:AG und DOM, genau wie die Partnerunternehmen Maxon, SketchFab und Dosch Design setzen und vertrauen zu 100% auf den fairen Wettbewerb sowie die Prozess- und Ergebnisqualität von RenderThat.com.

Ein Nachtrag (06.11.2015)

Nach meinem Vortrag gab es in diversen Foren zahlreiche fruchtbare Diskussionen, deren Ergebnisse ich gebeten wurde, in diesem Artikel zu veröffentlichen. Hiermit gilt das Versprechen als eingehalten. Danke nochmal an alle, die sich an den Gesprächen konstruktiv beteiligt haben. Wir wissen das sehr, sehr zu schätzen!

Zu: Akquise, Dedicated Clients, Projektmanagement

+ Wir beraten und akquirieren die Kunden. Obwohl u.a. Studenten bei uns im Team sind, was im Übrigen nichts über die Qualifikation sagt, außer man glaubt an Reputation durch graue Schläfen, greifen wir auf internationale Projektmanagement-Erfahrung zurück. Ich denke, dass Industriekunden und High-End TV-Commercial-Produktionen eigentlich genug über das Vertrauen in unsere Qualifikation aussagen.

+ Wir suchen ständig nach dem besten Designer für den Kunden. Natürlich gibt es auch „dedicated clients“ für spezielle Designer, da Firmen hierdurch eine immer gleichbleibende Qualität und einen gleichbleibenden Stil erhalten können. Zudem muss sich der Designer dann auch nicht mehr einarbeiten. Unser Ziel ist es dem Kunden die bestmögliche Qualität zu liefern. Ansonsten wird bei neuen Kunden immer eine Ausschreibung mit Stages durchgeführt. Der Kunde erhält daraufhin alle Bewerbungen, inkl. Referenzprojekten und Kostenvoranschlägen, und sucht sich darauf hin den Designer aus, mit dem er zusammenarbeiten will.

+ Es kann schonmal vorkommen, dass Designer Entwürfe bei einem Wettbewerb hochladen, die nichts mit dem Projekt zutun haben. In diesem Fall erstatten wir das Geld. Wenn die Arbeit der Designer aber projekt- und budgetgemäß erledigt wurde, wird natürlich nichts erstattet. In diesem Zusammenhang also bitte auf letzten Satz in der AGB §5.A. achten: »Über Ausnahmen entscheidet RenderThat.«

+ Ansonsten denke ich, dass 25% fair sind. Diese 25% machen es uns möglich, Projekte zu organisieren, nützliche Features zu programmieren sowie die Kommunikation und Koordination mit dem Kunden zu übernehmen. Und warum? Genau. Damit ihr mehr Zeit dafür habt, worin ihr excellent seid. Und wir sind stolz darauf, dass unsere Designer, trotz der Kommission, mittlerweile einen hohen 4-stelligen Monatsverdienst erzielen.

+ Bzgl. der gesamten 3D-Szenen: Designer mit mehr als 30 Jahren Erfahrung sollten wissen, dass alle Details vor Projektstart (sowohl mit dem Designer, als auch mit dem Kunden) geklärt werden und sich dementsprechend auf den Preis niederschlagen. Das heißt, die Designer können, bezogen auf das konkrete Projekt, ihre Vorstellungen zu dem Thema kommunizieren; was dann natürlich auch berücksichtig wird.

Zu: Geschichte der Plattform, Abzocke, Lohndumping, Geld-zurück-Garantie

+ Wir gründeten die Plattform, als wir selbst noch Studenten waren, was wir teilweise auch noch sind, um uns und unseren Kommilitonen die Möglichkeit eines fairen Wettbewerbs zu ermöglichen. Mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo die reine Plattformarbeit in den Hintergrund rückt und die agenturbasierte, designer-supportende Arbeit in den Vordergrund getreten ist. Was nicht zuletzt an euch liegt, denn von euch ist das Feedback, welches die Grundlage für diese Entscheidung war. Die daraus hervorgegangene Entwicklung ist eine auf die wir wirklich stolz sind und die auch Maxon gefällt, weshalb wir eben auch zum Usermeeting eingeladen wurden.

+ Die Projekte, die auf der Plattform, öffentlich zu sehen sind, wurden von teils unerfahrenen Kunden erstellt und sind weniger als 10% der abgewickelten Plattform-Projekte. Im Hintergrund läuft viel Projektmanagement für Kunden, die sich beraten lassen und keine öffentlichen Projekte wünschen und bereit sind, wie im Beispiel dieses Turin-Projektes, eine fünfstellige Summe auszuzahlen.

+ Das 90% im Hintergrund ablaufen liegt im Übrigen daran, dass Konzerne und Großkunden kein Interesse daran haben, ihre Prototypen etc. öffentlich auszuschreiben. Nachvollziehbarerweise.

+ Der Punkt »Geld-zurück-Garantie» ist ein wichtiger! – aber nicht bis zu Ende gelesen, denn diese Garantie existiert nur bis zur ersten Stage, in der ihr euch nur mit einer Arbeit, die bereits von euch in eurem Portfolio hochgeladen wurde, bewerbt. Bis hier hin, keine Arbeit. Nur eine kurze Bewerbung. Sobald diese Stage abgeschlossen ist und die zweite Stage begonnen hat, wird jeder Arbeitsaufwand vergütet, garantiert. (Wie auf dem Meeting erklärt.)

+ Ab 2016 wird der Punkt „Ihr Budget“ – also die freie Budget-Wahl des Kunden – von der Plattform verschwinden, da die Kunden zum einen oftmals gar nicht wissen, was eure Arbeit wert ist, das Budget zu niedrig ansetzen und dann keine Designer finden und zum anderen, da wir es in den meisten Fällen, nach Absprache mit den Designern, ohne Contest festlegen.

+ Und ja: wir setzen auf Designer, die bereit sind, auf 25% des ausgeschriebenen Budgets zu verzichten. Dafür erhalten diese die Chance als Freelancer an große Unternehmen zu gelangen, die auf Qualität setzen, oder/und um sich von nervenraubenden Business-Support zu befreien.